Aus BioLektors Notizenbuch

Allerley Wundersames aus Biologie und Sprache

Donnerstag, 28. Juli 2011

Rein ins Schwein – Didaktisches Pflanzenlabyrinth in Berlin

Schade, dass ich zwischen dem 6. und 18. September keinen Termin in in Berlin habe. Ich hätte mir gern das weltgrößte Duft- und Aroma-Schwein angeschaut. Nach dem RisiKuhLabyRind und dem Currywurstfeld in den letzten beiden Jahren lädt das Bundesinstitut für Risikobewertung 2011 zum dritten Mal in ein didaktisches Pflanzenlabyrinth ein.

Auf verschlungenen Wegen und Irrwegen durch Pflanzen und Blumen, vorbei an Geschmacks- und Riechbeeten, Duftorgeln und Stinkodrom“ heißt es in der Pressemeldung. Klingt alles recht spannend, mehr unter www.pflanzenlabyrinth.de/.

Geöffnet ist das BfR-Schnupperlabyrinth vom 6. August bis 18. September 2011, jeweils Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.
Erwachsene zahlen zwei Euro Eintritt, Kinder einen Euro, Familienkarten gibt es für fünf Euro.
Kitagruppen und Schulklassen müssen sich vorher über die Homepage anmelden, für sie ist der Eintritt frei.
Viel Spaß!

Donnerstag, 21. Juli 2011

Chemie und Licht

Heute ein Hinweis auf zwei lesens- und sehenswerte Webseiten des EU-Projekts “Scence in School” zu

Dienstag, 19. Juli 2011

Wissenschaft zum Anfassen: Die Biotechnik-Roadshow auf Deutschland-Tour

Letzte Woche machte der BIOTechnikum-Truck in Konstanz Station und als Biologe war ich neugierig und habe mir das Projekt vor Ort angeschaut. Ein beeindruckendes Spezialfahrzeug, doppelstöckig mit Innentreppe, im geparkten und „ausgefahrenen“ Zustand über 6 m hoch, fast 17 m lang und 7,5 m breit.

BIOtechnikum-Truck_Außenansicht

Innen ist dieser Biotechnik-Truck recht edel eingerichtet. Unten ein modernes Biotechnologie-Labor inkl. Pipetten, Mikroskop, Fermenter, PCR und anderen Laborgerätschaften, oben ein bestuhlter Raum für Präsentationen. Diese rollende Mischung aus Labor, Ausstellung und Kino tourt derzeit wieder durch Deutschland und es lohnt, sich das mal anzuschauen.

Hinter der Aktion steht das Bundeministerium für Bildung und Forschung. Ziel ist nicht nur, die Bevölkerung über Biotechnik zu informieren, sondern auch, für Nachwuchswissenschaftler zu werben. Daher ist der Truck an vielen Stationen zeitweise für Schulklassen reserviert, die im unteren Stockwerk selbst Experimente durchführen. Bis zu 20 Schüler gleichzeitig lernen, Bakterien zu färben, Enzyme in Waschmitteln nachzuweisen oder mit Hilfe von Hefe elektrischen Strom zu erzeugen.

BIOtechnikum-Truck_Erdgeschoss

Aber auch ohne eigenes Experimenten laden die Mitmach-Objekte der begleitenden Ausstellung den Besucher zum Ausprobieren ein. Sehr gelungen fand ich, wie der komplexe Vorgang beim ELISA-Test durch per Magnet bewegbare Modelle spielerisch be-greif-bar und erlebbar wird.

Die Betreuung durch die Mitarbeiter im Truck empfand ich als sehr freundlich und angenehm zurückhaltend. Man fühlt sich in keiner Weise kontrolliert, Fragen werden kompetent und geduldig beantwortet. Angesichts der teilweise heiklen und oft kontroversen Themen im Umfeld von Biotechnologie wie “Genmanipulation” oder “Stammzellen” bleibt die Ausstellung vergleichsweise neutral und sachlich.

Mehr zum Projekt „BIOTechnikum. Leben erforschen – Zukunft gestalten“ finden Sie auf www.biotechnikum.eu. Ob und wann die Roadshow auch mal in Ihrer Gegend vorbei kommt, können Sie im Tourkalender nachschlagen. (Bildquelle: © Flad & Flad Communication GmbH / BMBF)

Freitag, 15. Juli 2011

Mutter Natur nutzt Schraubengewinde schon lang

Wieder einmal bleibt dem Menschen nur der zweite Platz. Nach Scharnier, Klettverschluss, Tragflächen, Hubschrauber, Klebstoff und so vielen anderen genialen Erfindungen haben Biologen nun eine weitere technische Meisterleistung in Flora und Fauna entdeckt.

Neuer Patenthalter für das Prinzip von Mutter und Schraube ist ein Rüsselkäfer namens Trigonopterus oblongus. Die Hüftgelenke dieses Käfers sind zwar winzig klein, zeigen aber eindeutig ein Schraubengewinde. Mehr dazu im Magazin Science bzw. einer Meldung des Karlsruher Instituts für Technologie.

Dienstag, 5. Juli 2011

Weltgrößte Datenbank zu Pflanzenmerkmalen geht online

Botaniker, Biodiversitäts- und Klimaforscher aufgepasst: Seit kurzem ist TRY, die weltgrößte Datenbank zu den Eigenschaften von Pflanzen online. Mehr als 200 Wissenschaftler haben Daten zu funktionellen Pflanzenmerkmalen zusammengetragen. Diese waren zuvor in mehr als 90 einzelnen Datenbanken verstreut. Nun sind drei Millionen Einträge zur rund einem Fünftel (70.000) aller bekannten Pflanzenarten unter TRY zu finden.

Betrieben wird die Datenbank vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. (Und nein, den Namen TRY kann ich auch nicht erklären, es handelt sich offenbar nicht um ein Akronym.) Die Orginalveröffentlichung wurde publiziert in Global Change Biology, gefunden habe ich die Meldung beim Informationsdienst Wissenschaft.

Dienstag, 21. Juni 2011

Smartphone-App für Biologen und Naturfreunde

Kennen Sie das? Man sieht auf einer Wanderung oder Bergtour einen Baum oder Strauch und kommt nicht auf den Namen oder ist sich nicht ganz sicher. Wer trägt schon ständig Bestimmungsliteratur mit sich herum? Hätten Sie nun Ihr Smartphone dabei, könnten Sie sich von der iforest-App helfen lassen. Diese Bestimmungshilfe für Android-Handy, iPhone oder iPad hilft mit bis zu 16 Bildern pro Pflanze beim Erkennen unbekannter Arten. (Foto unten mit freundlicher Genehmigung von Gerry Ziegler)

Gemeiner Schneeball iforrest App

Mehr als 100 Bäume, Sträucher, Zwergsträucher und Kletterpflanzen aus Mitteleuropa sind vertreten. Anhand von Samen, Blatt, Knospe, Rinde, Frucht oder Baumkrone wird man jede Spezies zuordnen können. Zu jeder Pflanze liefert die Anwendung zudem Infos zu Holz, Standort, Waldpflege, Geschichte usw. Die neue Version 2.0 ist optimiert für das iPad und das Retina-Display des iPhone 4. Sie enthält mehr als 1500 Bilder. Einige davon kann man sich online in einer Galerie anschauen.

Die Anwendung ist in den Sprachen Deutsch, Italienisch, Französisch und Englisch verfügbar, je nach Voreinstellung der Sprache des Geräts. Doch Vorsicht: Nicht alle Smartphones taugen für den Einsatz in der freien Natur. Wagen Sie sich auch bei schlechtem Wetter häufiger ins Freie, sollten Sie zu einem Outdoor-Handy greifen.

Die Qualität der botanischen Informationen steht außer Frage. Sie entstammen der gleichen Quelle (Schweizer Bundesamt für Umwelt), nach der auch das Schweizer Forstpersonal ausgebildet wird. Umso unverständlicher mutet an, dass man der ansonsten hochwertigen Anwendung ein esoterisches Gimmick in Form eines sogenannten keltischen Baumhoroskops aufgesetzt hat.

Schön ist: Mit dem Kauf der Anwendung unterstützen Sie ein Bergwaldprojekt. 10% aller Einnahmen von iForest gehen direkt an das Projekt.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Styropor hebt gesunkenes Frachtschiff

Liegen Online-Quiz im Trend? (Übrigens: Auch die Pluralform Quizze ist möglich.) Heute stieß ich auf gleich zwei neue Rätselangebote zu naturwissenschaftlichen und Umweltthemen:

1) Im neuen Online-Quiz zum Thema nachhaltiger Konsum lernen Schüler Dinge wie die Bedeutung des Blauen Engels oder was man unter Ökodesign versteht. Je besser und je schneller man antwortet, desto mehr Punkte kann man erreichen. Interaktive Zwischenspiele lockern das Lernen auf. Anbieter ist der gemeinnützige Verein BildungsCent e.V., der das Quiz in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium entwickelt hat.

2) Ein weiteres Online-Quiz befast sich in Form eines Videos mit Chemie im Alltag. Hier erfährt man, dass ein Fahrzeug mit Spritspar-Reifen bis zu 8 % weniger Treibstoff benötigt oder auf welche Weise Styropor entdeckt wurde. Und hätten Sie geglaubt, dass mit Hilfe von in den Laderaum gefüllten Styropor-Kügelchen ein gesunkenes Frachtschiff gehoben werden konnte? Hier ist im Impressum eine Chemie Wirtschaftsförderungs-GmbH genannt.

Dienstag, 31. Mai 2011

Höchst-Leistung des Gegenblättrigen Steinbrechs

Einen Rekord in Sachen Höhen- und Kälteanpassung von in Europa wachsenden Pflanzen hat kürzlich ein Schweizer Botaniker gemeldet. Christian Körner von der Universität Basel sucht an den kältesten Orten der Welt nach pflanzlichem Leben. Auf mehr als 4.500 m Höhe einige Meter unterhalb des Gipfels des Dom (Walliser Alpen) wurde er fündig. Her lebt die vermutlich höchstgelegene Blütenpflanze in ganz Europa. Der Gegenblättrige Steinbrech (Saxifraga oppositifolia) ist extrem frosttolerant und hält angeblich sogar ein Eintauchen in flüssigen Stickstoff aus.

Dom (4545 m), Bildquelle: Maria Brassel, Uni Basel
Der Gipfel des Dom (4545 m), hier (Pfeil) leben die höchstgelegenen Blütenpflanzen Europas (unten). Bilder: Maria Brassel, Universiät Basel Gegenblättriger Steinbrech, Bildquelle: Maria Brassel, Uni Basel

Kaum zu glauben, aber selbst Tiere leben in dieser unwirtlichen Gegend und trotzen Nachtfrost 365 mal im Jahr. Im Inneren der kissenartigen Steinbrechpolster tummeln sich Springschwänze. Sie zählen zu den sogenannten Ur-Insekten und sind mit dem Gletscherfloh verwandt. Nachzulesen ist der Forschungsbericht in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Alpine Botany“. (gefunden beim Informationsdienst Wissenschaft)

Freitag, 27. Mai 2011

Chemical Abstracts: 60 Millionen Substanzen registriert

Wer je in einem Bio-, Biochemie- oder Chemie-Labor gearbeitet hat, kennt den CAS. Der Chemical Abstracts Service (CAS) ist vermutlich der wichtigste und weltweit dominierende Informationsanbieter in Sachen Chemikalien. Die CAS-Datenbank vergibt die CAS Registry Number, ein eindeutiger Schlüssel, um sich sprachübergreifend und eindeutig über chemische Substanzen “unterhalten” zu können. Die Publikationsreihe Chemical Abstracts (CA) indiziert alle Fachpublikationen und Veröffentlichungen zur Chemie.

Vorgestern gab der CAS bekannt, dass die 60-millionste Substanz registriert worden ist. Einer potenziell antiviral wirkenden Verbindung, einem Patent aus China, wurde die Ehre zuteil, diese Jubiläumsziffer zu generieren. Der vergebenen CAS-Nummer ist das allerdings nicht anzusehen, sie lautet schlicht 1298016-92-8.

Klicken auf die Grafik führt zur gelungenen Infografik der CAS-Presseabteilung.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Klassische Biologie profitiert von Social Networks

Sich online herumzutreiben muss nicht heißen, der Flora und Fauna weniger Aufmerksamkeit zu schenken. Im Gegenteil. „Das Internet hat die Biologie um Lichtjahre vorangebracht“, so Martin Lödl, der Leiter der Insektenabteilung im Naturhistorischen Museum Wien. Denn auch zu weniger attraktiven Tier- oder Pflanzengruppen finden sich Spezialisten und Hobbyforscher online zusammen. Und diese Netzwerke und Online-Foren bieten eine große Hilfe bei der Bestimmung von Arten, auch, weil Farbfotos online schnell und einfach ausgetauscht oder veröffentlicht werden können.
Kaum zu glauben: Ein kanadischer Biologie lud nach zwei Wochen Fischfang in Guyana rund 5.000 unbekannte Exemplare per Foto auf seinen Facebook-Account. Mit Hilfe seines Online-Netzwerks konnte er binnen 24 Stunden jede Art zuordnen.
(gefunden bei pressetext.com unter „Tierfotos im Internet verändern die Biologie“)

Dienstag, 3. Mai 2011

Chemieunterricht lebensnah

Zurück aus dem Osterurlaub heute ein kleiner Hinweis auf ein Portal mit tollen Unterrichtsmaterialien für Chemie. LNCU (Lebensnaher Chemieunterricht) startete 2003 als Projekt von vier Chemielehrern und wurde seitdem ständig ausgebaut. Von Versuchen für Grundschüler bis zu Unterrichtskonzepten für die Sekundarstufe II gibt es einiges zu entdecken.

Samstag, 9. April 2011

Biochemie in der Schule: Sauberes Wasser mit dem Wunderbaum Moringa

Er liefert Medizin und Salatöl, Protein und Honig, Pflanzendünger und Biodiesel. Der von Indien bis Südafrika heimische Wunderbaum (Gattung Moringa) trägt selbst in Trockenzeiten Früchte. Es heißt, er werde Wunderbaum genannt, weil jeder Teil der Pflanze genutzt wird: Wurzeln, Blätter, Rinde, Samen und Früchte.

Eine der interessanten Moringa.Arten wird in Deutschland Meerrettichbaum genannt (Moringa oleifera). Seine Samen können zur Reinigung von verschmutztem Trinkwasser verwendet werden. Wie dies funktioniert und wie man das zu Hause oder im Biologieunterricht testen kann, lernt man in der neuesten Ausgabe (Nr. 18) von Science in School. s. Moringa: the science behind the miracle tree.

PS: Die Angebote von Science in School kann ich jedem Lernzielvollstreckungsbeamten in den Naturwissenschaften nur empfehlen.

Montag, 4. April 2011

Kennen Sie Ihre Blutgruppe?

Blutspende-Pass

Viele Deutsche haben keine Ahnung, welche Blutgruppe sie haben. Kennen Sie Ihre Blutgruppe?

Nachdem Sie das erste Mal Blut gespendet haben, erhalten Sie einen Unfallhilfe- und Blutspender-Pass. Er enthält Angaben zur Einteilung Ihres Blutes in das AB0-System und zu Ihrem Rhesusfaktor.

Für die Entdeckung des bei Transfusionen wichtigen AB0-Systems erhielt der Wiener Arzt Karl Landsteiner 1930 den Nobelpreis für Medizin. Doch wussten Sie, dass es neben AB0 und Rhesusfaktor noch mehr als zwei Dutzend weiterer Blutgruppen gibt?

Der Versuch des Monats des Lehrmittelanbieters Conatex-Didactic befasst sich mit der Bestimmung von Blutgruppen. Hier der Link zum Download der Unterrichtspräsentation “Blutgruppen”.

Mittwoch, 30. März 2011

WORD 2010: So schreiben Sie Bruchzahlen korrekt

Was war das früher ein Theater, um Bruchzahlen halbwegs ordentlich in einen WORD-Text zu bekommen. Man hat (wenige) Sonderzeichen verwendet, mit Mini-Tabellen experimentiert, die Feldfunktion EQ bemüht, mit hoch- und tiefgestellten Ziffern rumgebastelt oder sich mit dem Unicode-Zeichensatz abgeplagt.

Mit WORD 2010 – viele Benutzer haben das noch gar nicht entdeckt – schreiben Sie Brüche ganz einfach:

  1. die Bruchzahl ganz normal als Zähler / Nenner in den Fließtext tippen
  2. Ziffern und Schrägstrich markieren
  3. auf Einfügen > Formel klicken
  4. den Bruch anklicken und im erscheinenden Drop-Down-Feld die Schreibweise auswählen

Bruch-schreiben-in-WORD-2010

Die Schreibweise „Professionell“ erzeugt die Version mit horizontalem Bruchstrich (s. Screenshot rechts).

Vielleicht interessiert Sie auch dieser frühere Blogbeitrag: So werden Bruchzahlen korrekt als Text ausgeschrieben.

Montag, 28. März 2011

Naturfotografie auf Tour durch Deutschlands Bahnhöfe

Kürzlich war ich per Bahn in Köln und entdeckte auf dem Bahnhof eine Ausstellung mit sehenswerten Fotografien aus Flora und Fauna. Es handelt sich um die Siegerfotos eines Wettbewerbs „Europäischer Naturfotograf des Jahres“, der jedes Jahr von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) veranstaltet wird. Auch Amateure dürfen hier übrigens Bilder einsenden.

Die Wanderausstellung ist noch bis Ende Juni auf den Hauptbahnhöfen folgender Städte zu sehen:
Köln: 11.03. – 21.03.2011
Erfurt: 08.04. – 18.04.2011
Berlin: 22.04. – 02.05.2011
Kiel: 05.05. – 15.05.2011
Weimar: 20.05. – 30.05.2011
Dresden-Neustadt: 17.06. – 27.06.2011

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