Sie kann so wichtig sein: Eigelb und Eiweiß für leckeres Tiramisu, Inhalt und Layout für elegantes Webdesign. Doch was dem Konditor und CSS-Profi leicht von der Hand geht, ist für Software (Textverarbeitung, Desktop-Publishing) immer noch ein Problem: die saubere Trennung. Wortbestandteile in einer sinnvollen Art und Weise voneinander zu scheiden, das bedarf des Verständnisses von Text und Kontext und ist kaum perfekt automatisierbar.

Gerade in Zeitungen und Zeitschriften, wo oft enge Spalten und strikte Vorgaben für die Nutzung des knappen Raums gelten, sieht man häufig „unschöne“ Wort-Zerteilungen. Nebenstehend ein Beispiel aus meiner Heimatzeitung (Südkurier vom 25.04.08).
Das sinnfreie Wortfragment „Tempost“ unterbricht den Lesefluss und verzögert die Verständlichkeit des Textes. Schade, zumal für Tempo-standard hier durchaus genügend Platz gewesen wäre und es im Flattersatz auf zwei Buchstaben am Zeilenende mehr oder weniger nicht ankommt.
Bekannte, weil missverständliche oder lustig klingende „unsaubere“ Trennungen sind die Blumentopferde als Blumento-pferde, das Rumaroma als Ruma-roma oder der Urinstinkt als Urin-stinkt sind. Ähnliche unglücklich getrennt sind Werteex-ponierung, Wettbewerbsbe-hörden, institutsin-dividuellen, Bankenauf-sicht, Urs-prungsland und Entwicklung-sländer (Beispiele aus Diplomarbeiten, die ich in den letzten Monaten redigiert habe).
Dabei sind die genannten Fälle bis auf die letzten beiden durchaus dudenkonform und würden bei einer reinen (oder automatisierten) Rechtschreibkontrolle nicht als falsch gekennzeichnet. Dennoch wirken solche Trennungen holprig und wenig durchdacht, ein sorgfältig erstellter Text sollte diese Schwäche vermeiden.
Ich rate dazu, auf die automatische Silbentrennung von WORD eher zu verzichten und „per Hand“ zu trennen. Wenn man um den Unterschied von Trennstrich, bedingtem Trennstrich und geschütztem Trenn- bzw. Bindestrich weiß und die entsprechenden Tastenkürzel beherrscht, ist eine solche kontrollierte Trennung (man kann sich von WORD Vorschläge geben lassen) recht fix erledigt. Wer dennoch eine Trenn-Automatik nutzt, sollte unbedingt vor Abgabe oder Druck die Seiten noch mal am rechten Rand „scannend überfliegen“ und jedes Trennzeichen auf Verständlichkeit prüfen.
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