Ursprünglich war das Virus (der Krankheitserreger) zwar sächlich, aber insbesondere mit der Bedeutungserweiterung hin zu Computerviren hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch der Virus, also die männliche Form, durchgesetzt. Laut dem aktuellen DUDEN sind beide Varianten möglich und richtig. Die Biester sind offenbar selbst als Wort noch wandelbar, nur weiblich sind sie bisher auf jeden Fall nicht.
Aussagen, dass das Geschlecht eines Virus von der Satzstellung abhinge, sind Unsinn. Ebenso falsch bzw. zu vereinfachend ist, dass grundsätzlich die Krankheitserreger sächlich seien und die Computerviren männlich. Gleichwohl ist in der (medizinischen) Fachsprache traditionell und tendenziell eher „das Virus“ zu finden, während „der Virus“ eher dem PC-Jargon entspringt, in wissenschaftlichen Texten jedoch immer noch etwas umgangssprachlich klingt.
Ob das nun schön ist oder nicht, wenn Wissenschaftler und Laien gleiche Wörter auf unterschiedliche Weise verwenden, sei mal dahingestellt. Ich rate jedoch dazu, in Diplomarbeiten oder ähnlichen Texten immer „das Virus“ zu schreiben. Noch wichtiger ist es jedoch – und diesen Fehler sehe ich häufig –, innerhalb eines Dokumentes einheitlich vorzugehen.
Was hat Medizin in der deutschen Sprache mit Computer zu tun? Zwei komplett unterschiedliche Bereiche! Also belassen wir’s doch einfach mit “das pathologische Virus” und “der Computervirus”! So kommt es zu keinen Verwechslungen!