Auf einem Spaziergang am Wochenende fielen mir die leuchtend rotvioletten Kapselfrüchte des Pfaffenhütchens auf. Doch woher hat der Spindelstrauch (Euonymus europaeus) diesen seltsamen Zweitnamen? Angeblich soll die Kapselfrucht einer Kopfbedeckung katholischer Geistlicher ähneln, doch wird dieses sogenannte Barett oder Birett heute eher selten getragen, wie dieser Blog-Beitrag zur Sammlung von Biretta-Sichtungen schreibt.
Wenn man ein wenig sucht, findet man übrigens gar nicht wenige Pflanzennamen mit kirchlichem oder religiösem Anklang: Osterglocken und Osterluzei, Pfingstnelken und Pfingstrosen, Weihnachtskaktus und Weihnachtsstern führen durchs Kirchenjahr, während Christusdorn, Mariendistel, Mariengras, Salomonssiegel, Jakobsleiter und Benediktenkraut an Personen erinnern.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der lateinische Artname des Wald-Springkrauts: Impatiens noli-me-tangere. Griechich „mè mou haptou“, übersetzt zu „Berühr mich nicht“ oder „Rühr mich nicht an“ sagt dies im Johannesevangelium der auferstandene Jesus zu Maria Magdalena. Diese berühmte Szene findet sich wiederholt in der Kunstgeschichte, so u.a. bei Dürer, Holbein, Rembrandt, Tizian und Correggio, wobei Jesus häufig mit einem Spaten oder einem anderen Gärtnerwerkzeug abgebildet wird.
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