
Mag sein, dass eine optimale Silbentrennung nicht immer möglich ist, wenn man auf beengtem Raum keinen Anschlag zu verschenken hat. Bei drei Dutzend Anschlägen pro Zeile im Kolumnensatz einer Zeitung (Beispiel aus der ZEIT vom 11.09.08) sind Kompromisse unvermeidlich. In einer Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit jedoch würde ich eine derart ungeschickte Silbentrennung als Fehler ansehen, auch wenn die Trennung keinerlei DUDEN-Regeln verletzt.
Hier wird eine Trennstelle zur Stolperfalle für den Leser, denn die Promotion von Walter Steinmeier handelt weder von Bergbau noch Atomkraft. In der Diskussion zur Rechtschreibreform waren häufig die bekannteren Fälle Urinstinkt und Analphabet genannt worden, wo man ebenfalls auf eine Trennung nach der zweiten Silbe besser verzichtet.
In fast allen Fällen lassen sich solche dem Sinn und Lesefluss zuwider laufenden Trennungen vermeiden. Selbst wenn es mit Anschlagszahl und Zeilenumbruch eng wird, kann man meist umformulieren oder ein Synonym finden.
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