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Allerley Wundersames aus Biologie und Sprache

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Zuletzt geschrieben, aber zuerst gelesen?

Die Abkürzung PS kann für vieles stehen: Pferdestärke, Photosynthese, Periodensystem, Photoshop u. a. Ein PS am Ende von Briefen oder E-Mails bezeichnet einen (meist kurzen) Anhang oder Nachsatz an den eigentlichen Text. PS steht hier für Postskriptum („Nachgeschriebenes“, von lat. post = hinter / nach und lat. skriptum = Partizip Perfekt Passiv von scribere / schreiben). Eher selten wird ein PS in der nicht-offiziellen Spielart von „Persönlich“ verwendet, um einem formellen Schreiben abschließend eine persönliche Note zu verleihen.

Als man noch Briefe per Hand geschrieben oder per Schreibmaschine getippt hat, war das Postskriptum eine beliebte Methode, um einen vergessenen Gedanken anzufügen, ohne den kompletten Brief neu schreiben zu müssen. Man sollte erwarten, dass im Zeitalter von Copy & Paste das Postskriptum vom Aussterben bedroht ist. Doch dies ist keineswegs der Fall. Der Nachsatz am Ende von Briefen ist insbesondere sehr beliebt bei Marketingfirmen. Angeblich hat man herausgefunden, dass in Werbeschreiben ein PS besonders beachtet und sogar vor dem eigentlichen Brief gelesen wird.

Die einzige korrekte Schreibweise von PS ist die mit zwei Großbuchstaben und ohne Abkürzungspunkte. Varianten wie P.S., ps, Ps. usw. sind nach DUDEN und DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung) nicht zulässig. Bei mehreren aufeinanderfolgenden Postskripta findet man die einfache Variante einer Zählung mit angehängter Ziffer (PS, PS 2, PS 3 …) oder die etwas elegantere Form mit einem jeweils zusätzlich eingefügten P (PS; PPS, PPPS …). Privat kann das jeder halten, wie er mag, im Geschäftsverkehr wirken mehrere Postskripta hintereinander eher maniriert und flatterhaft.

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verfasst am Freitag, dem 28. November 2008 um 17:19 Uhr, abgelegt unter Redaktion & Lektorat, Sprache
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