Das im deutschen Sprachraum vielleicht berühmteste Lebewesen aus der Rubrik Science & Humor ist die Steinlaus. 1983 wurde sie zum ersten Mal wissenschaftlich beschrieben und zwar in einem Wörterbuch der Medizin (ja, genau, das mit dem seltsamen Namen). Vorgestellt wurde der winzige Nager jedoch bereits Mitte der 70er Jahre von Vico von Bülow und zwar in der ARD.
Zwischenzeitlich galt das scheue Tier bereits als ausgestorben, doch dank seiner vielen protestierenden Fans scheint sich der Bestand seit 1997 zumindest stabilisiert zu haben. Der mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Nager (Petrophaga lorioti) ernährt sich von Beton und Ziegelsteinen. Er soll nicht ganz unbeteiligt sein an der Schiefe eines Turms in Pisa und – so glaubt man heute zu wissen – am Fall der Berliner Mauer.
Mittlerweile hat die Steinlaus längst Kultstatus erreicht und selbstverständlich auch ein eigenes Steinlaus-Blog. Dort werden derzeit dringend neue Forschungsergebnisse rund um die Steinlaus gesucht. Noch bis zum 12. Januar sind Steinlausexperten aufgerufen, neue medizinische Erkenntnisse oder Beiträge zu neuen Spezies einzureichen. Die ersten Beiträge sind bereits eingetroffen, u. a. zu einem sensationellen prähistorischen Steinlausfund in Stonhenge.
Damit scheint die Steinlausforschung auf einem guten Wege zu sein. Ich wünsche viel Spaß und spannende neue Befunde.
a) Ich bin ein “Eifeler” (Westdeutschland),und ich berichte aus der Region. b) Die Eifel als preussisch-Sibiren benannt, war aufgrund der sibirischen Kälte kein Siedlungsgebiet der Steinlaus. c) die derzeitige durchschnittliche Temperaturerhöhung hat nun auch der Steinlaus in der Eifel eine Existenzmöglichkeit geschafft. Zeugnis dafür: Das seit vor ca.300 Mio Jahren entstandene Kalkgestein zerfällt zusehends.
Schon mußte ein Zementwerk in Kall wegen Unrentabilität schließen. Auch die Steinsockel der Fachwerkhäuser werden
zernagt.Seltsamerweise wagt sich die Steinlaus aber auch schon an Asphalt und zernagt die Straßen (vermutlich hoher Steinanteil im Straßenaufbau). Der Steinlausbefall in der Vulkaneifel und auch in der Südeifel – Ferschweiler Plateau- wäre näher zu untersuchen. Ich bin für diesen Bereich nicht kompetent, jedoch sind bestimmte Gebiete nur noch unter Lebensgefahr zu betreten