Dass Maschinen lernen, ist schon lange nix Neues mehr. Auch wenn noch nicht alle Szenarien der Science Fiction von der Gegenwart eingeholt wurden (und einige davon hoffentlich nie werden), so gehört “intelligente” Technik im Zeitalter automatischer Bildverarbeitung, sich selbstständig einschaltender Scheibenwischer und Fussball spielender Roboter zum Alltag. Auch das Kultivieren menschlicher Zellen außerhalb des Körpers auf künstlichen Nährboden ist als “tissue engineering” längst Alltag in der medizinischen Grundlagenforschung.
Neu ist an der heutigen Meldung über die Forschungsergebnisse von Biologen der Universität Mailand, die Art und Weise der Verknüpfung dieser beiden Welten. Eine Neuronenkultur in einer Petrischale wird über winzige (20 µm) Elektroden mit einem Roboter verbunden. Dieses künstliche neuronale Netzwerk nennen sie ITSOM für “Inductive Tracing Self Organizing Map“.
Das Faszinierende: Dieses organisch-anorganische Mischwesen kann nachweislich “lernen”. Die Nervenzellen reagieren spezifisch auf bestimmte Reize und senden Signale, welche den Roboter steuern, ihn z.B. in eine bestimmte Richtung laufen lassen. Ein erster Schritt zum Cyborg? Die Wissenschaftler sehen in einer Weiterentwicklung dieser Technologie neue Schnittstellen zu Computern und neue Ansätze für Bionik und Medizintechnik wie etwa bio-elektronische Prothesen.
Die aktuelle Veröffentlichung dazu: Pizzi RM et al.: A cultured human neural network operates a robotic actuator. Biosystems. 2009 Feb;95(2):137-44
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