Täglich begegnen mir viele Tausende Wörter, die meisten alte Bekannte, immer auch einige seltenere Exemplare darunter, die sich nur in bestimmten Sprachbiotopen wohlfühlen, und bisweilen sogar Raritäten, über die ich mich besonders freue. Und selbst die lange ArtenWörterliste muss immer wieder um Neuankömmlinge, Einwanderer und Neophytenlogismen ergänzt werden. Einige dieser – zumindest in meine persönlichen Sprachflora und Sprechfauna – bis dato neuen oder höchst seltenen Spezies stelle ich in loser Folge vor. In Analogie zu „Fundstücke“ lautet der Arbeitstitel vorläufig: Fundwörter.
Heute entdeckt (und spontan Anlass für den Start dieser Serie): Lukrierung. Das Substantiv zu „lukrieren“ (einen Gewinn erzielen) war mir bisher unbekannt, aus dieser Familie scheint nur das Adjektiv „lukrativ“ weit verbreitet zu sein.
Schwachsinn, gehört zu den “Blähwörtern” zum Vorgaukeln besonderer Fachkompetenz. Selbst “lukrieren” ist ungewöhnlich und allenfalls in Österreich bekannt.
Ja, “Blähwort” trifft es vielleicht ganz gut.
Doch warum so heftig? Ich finde es eher amüsant, zu beobachten, welche Branche welche sprachlichen Sonderlinge produziert, ob man die nun selbst nutzen mag oder nicht
ich beobachte schon seit längerer Zeit, daß sprachliche Unsauberkeiten immer mehr zum allgemeinen Sprachgebrauch werden, da sind Fremdwörter oder ungebräuchliche Worte nur allzu chic und unterstreichen nur, daß mder Verfasser offenbar über eigene sprachliche Ungenauigkeiten hinwegtäuschen will.
Stellvertretend hierzu sei die allgemein bekannte “als-wie” – Sinnentstellung, die es inzwischen sogar in die Medien geschafft hat und uns sozusagen als selbstverständlich verkauft wird – armes Deutschland…über die vielen Anglizismen will ich mich an dieser Stelle erst gar nicht auslassen…