Weil ich von Kunden immer wieder gefragt werde, was ein Korrekturlesen von einem Lektorat unterscheidet, seien die Begriffe hier kurz erläutert:
Korrektorat oder Korrekturlesen bezeichnet ursprünglich die Tätigkeit eines Korrektors. Ein Korrektor (lat. Verbesserer) überprüft Texte vor ihrer Veröffentlichung auf Fehler (s.u.). Wichtig: Ein Korrektorat prüft nicht die inhaltliche Richtigkeit eines Textes.
Lektorat bezeichnet die Tätigkeit eines Lektors. Das Aufgabenspektrum von Lektoren ist deutlich breiter und reicht von der Beurteilung eingehender Manuskripte bis zum Marketing einer kompletten Buchreihe. Dazwischen kümmert sich ein Lektor je nach Art der Publikation um Klappentexte, Übersetzungen, Lizenzen usw.
Unabhängig von allen mehr oder weniger offiziellen Definitionen überschneiden sich in meiner freiberuflichen Tätigkeit die Aufgabenbereiche von Lektorat und Korrektorat meist, so dass ich i. d. R. auf eine Abgrenzung verzichte. Zentrale Aufgabe in der Praxis ist meist das Korrekturlesen (Korrektorat i. e. S.), also das sorgfältige Prüfen auf:
Grundlage sind die neuen amtlichen Regeln der deutschen Rechtschreibung, zuletzt geändert 2006, auf denen auch der Duden basiert. Etwaige Abweichungen können z.B. Texte betreffen, die in der Schweiz veröffentlicht werden, oder bestimmte Fachtermini, die nicht (oder noch nicht) im Duden enthalten sind.
Mit dem Erfahrungsschatz von mehr als 10 Jahren Korrekturlesen von wissenschaftlichen Arbeiten fallen mir überdies jedoch meist weitere „Optimierungsmöglichkeiten“ auf. Typische Schwächen von Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten betreffen u.a.:
Darüber hinaus weise ich beim Korrekturlesen auch auf ungeschickte Formatierungen oder Mängel im Layout hin, insbesondere Seitenumbrüche und Einrückungen sind beliebte Fallstricke. Bei groben Mängeln im Layout mit WORD oder für komplette Umformatierungen arbeite ich — nach Rücksprache mit dem Kunden — mit Herrn Andreas Hermle, lizenzierter Microsoft® Office Trainer von AcademicHelp, zusammen. Auch die detaillierte Prüfung einer konsistenten Formatierung (also ob z.B. alle Überschriften einer Hierarchiestufe, alle Fußnoten, alle Bildunterschriften usw. jeweils genau gleich aussehen) kann ggf. vereinbart werden.
Ein tief reichende inhaltliche Prüfung oder gar Bewertung einer wissenschaftlichen Arbeit kann und sollte nur von einem ausgewiesenen Experten des jeweiligen Fachgebietes vorgenommen werden. Wenn ich jedoch beim Korrigieren einer Diplomarbeit bemerke, dass z.B. bei der Berechnung der dargestellten Ergebnisse etwas nicht gestimmt haben kann (manchmal werden Einheiten verwechselt oder man vertut sich mit Zehnerpotenzen) oder dass gezogene Schlussfolgerungen durch die Ergebnisse nicht belegt sind, werde ich dies selbstverständlich dem Studenten, meinem Kunden, nicht vorenthalten.
Fazit: Da mir beim Korrekturlesen i. e. S. eh meist viele andere Schwächen Verbesserungsmöglichkeiten auffallen, unterscheide ich im Arbeitsalltag kaum mehr zwischen Korrektorat und Lektorat. Entscheidend sind nicht Definitionen meiner Tätigkeit, sondern die Optimierung der Manuskripte meiner Kunden.
Bei weiteren Fragen dazu dürfen Sie mich gern anrufen oder mir schreiben.
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