Aus BioLektors Notizenbuch

Allerley Wundersames aus Biologie und Sprache

« voriger Eintrag:    
nächster Eintrag: »

Im Test: Software zur Plagiatserkennung

Als Lektor benötigt man manchmal keine Unterstützung, um Plagiate zu erkennen. Zu deutlich wechseln Sprachstil, Wortwahl und Fehlerquote innerhalb eines Manuskripts. Meist genügt es dann, nur einen halben Satz in die Eingabemaske von Google zu kopieren und schon findet man mehr oder weniger große Teile der Diplom- oder Hausarbeit bei Wikipedia oder anderswo wieder. Insgesamt – das muss ich zur Ehrenrettung meiner studentischen Kundschaft sagen – kommt das aber eher selten vor. Doch einige Naivlinge meinen tatsächlich, mit „Abschreiben“ könne man sich auch nach der Schulzeit weiter durchmogeln.

Viele Studenten, aber auch Professoren und Dozenten, wissen gar nicht genau, was ein Plagiat ist. Und Fragen, wie viele Wörter man in einem Satz verändern müsse, damit etwas kein Plagiat mehr sei. lassen sich nicht so einfach beantworten. Doch dass das Lesen, Zitieren und Einarbeiten anderer Autoren in den eigenen Text gefordert wird, entbindet nicht von der Pflicht, eigenständig zu formulieren und alle übernommen Passagen eindeutig als Zitate zu kennzeichnen.

Für Schulen und Universitäten wird es immer schwieriger, Leistungen gerecht und fair zu bewerten, wenn Arbeiten und Texte nicht mehr von Hand und unter Aufsicht geschrieben werden. Und wo jeder jederzeit und überall Online-Zugriff hat, „alles“ per Google, Wikipedia & Co gefunden und binnen Sekunden vermeintlich spurenlos in den eigenen Text kopiert werden kann, ist die Versuchung groß.

Plagiate aufzuspüren ist nicht immer ganz einfach, der eindeutige Nachweis, wie ihn etwa Prüfungsausschüsse bei Betrugsverdacht führen müssen, noch schwieriger. Einige Dutzend Computerprogramme gibt es inzwischen, die dabei helfen sollen. Wie gut diese arbeiten, das untersucht seit Jahren eine Berliner Forschergruppe. Nach ihrem neuesten Test von Software zur Plagiatserkennung ziehen die Wissenschaftler eine ernüchternde Bilanz. Fünf Programme sind zumindest teilweise nützlich, die meisten anderen wenig brauchbar bis komplett nutzlos.

Alle Details zu den Testergebnissen lesen Sie auf den Seiten der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin unter Ergebnis des Softwaretests 2010 nach.

verfasst am Dienstag, dem 11. Januar 2011 um 22:22 Uhr, abgelegt unter Science & Software, Werkzeuge
—> Kommentare zu diesem Beitrag per RSS 2.0 Feed verfolgen
—> einen Trackback auf deiner Seite einrichten
—> einen Kommentar schreiben

2 Reaktionen zu “Im Test: Software zur Plagiatserkennung”:

  1.         Neugebauer schrieb am 25. Februar 2011 um 04:43 Uhr:

    Es wäre doch eine eigene Doktorarbeit wert …
    herauszuarbeiten an welcher Hochschule
    und in welchen Fachbereichen
    in welchen deutschen Ländern
    in den letzten 10 Jahren
    am meisten abgeschrieben worden ist.
    Ein längerer Zeitraum wäre wünschenswert


  2.         Ullrich Lehmann schrieb am 4. März 2011 um 07:11 Uhr:

    Mal ein Gruß aus der Lehrerschaft. Ich persönlich finde nicht, dass ich das Talent besitze, Plagiate immer so ohne Weiteres zu erkennen. Auch habe ich keine Lust und Zeit konsequent google dafür zu bemühen. Wir nutzen seit einem halben Jahr http://www.plagscan.de und ich muß sagen, dass ich es nicht mehr missen mag.


        Was meinen Sie dazu?

« voriger Beitrag:    
nächster Beitrag: »
  • Blog durchsuchen